Alltag einer alleinerziehenden Mutter #working Mum

Nun komme ich endlich zu einem lange geplanten Beitrag.

Seit September darf ich mich endlich „Auzubildende zur Kauffrau Frau Büromanagement“ nennen. Und immer wieder werde ich gefragt, wo ich denn meine Ausbildung mache. Und wenn ich dann antworte bei ZBB Saarbrücken – Zentrum für Bildung und Beruf-, heißt es immer, ist das nicht ein Träger des Arbeitsamts?

Ja das ist es, die Ausbildung welche ich mache ist „über – oder aber auch außer betrieblich“. Die überbetriebliche Ausbildung ist ein Element des Dualen Systems, das die Ausbildungselemente Betrieb und Berufsschule ergänzt. Sie deckt die Ausbildungsbereiche ab, die von einem einzelnen Betrieb nicht geleistet werden können, weil er beispielsweise nicht über die entsprechenden Maschinen oder das dazu nötige Personal verfügt. (Quelle: www.arbeitsagentur.de)

Heißt soviel wie, ich mache dort Tätigkeiten aus dem Berufsfeld, gehe ganz normal zur Berufsschule, muss aber einmal im Jahr ein 3. monatiges Praktikum in einem Betrieb machen, um meine Kenntnisse zu festigen und zu erweitern.Vorallem für mich, eine riesen Chance, denn mit 2 Kindern einen „normale“ Ausbildungsplatz in Teilzeit zu bekommen, ist verdammt schwer.

Am 01.09.2016 hatte ich also meinen ersten Tag als Auzu. Seit dem hat sich viel getan, viel verändert, doch wir haben uns mittlerweile an die neue Situation gewöhnt. So gut es eben geht. Nach 3 Jahren Vollzeit Mama, aber schon eine enorme umstellung, ging ich doch in meiner Mamarolle voll auf und wollte nichts anderes tun. Versteht mich nicht falsch, es stand nie außer Frage, dass ich eine Ausbildung machen möchte. Aber viele in meinem Umfeld oder auch wild Fremde Menschen, konnten nicht verstehen, wie ich erst „so spät“ damit beginnen konnte und lieber 3 Jahre zuhause war. Aber hierauf werde ich in einem extra Breitag noch einmal genauer eingehen.

Heute möchte ich euch erzählen, wie unser Alltag seit mittlerweile fast 8 Monaten aussieht. Immer noch sehr Herzzerreißend, aber immer im Auge habend, wofür man das alles auf sich nimmt. Denn glaubt mir, seine Kinder morgens um 7 Uhr in den Kindergarten zu bringen, mit dem Wissen, man verpasst jetzt 8 – 9 (!!!!) Stunden ihres kleinen aufregenden Lebens, ist alles andere als leicht und bringt mein Herz nach wie vor jedes mal zum Bluten.

Aber nun zum eigentlichen Thema. Mein Tag beginnt um 5 Uhr, zugegeben lange schlafen war mit den Rabauken noch nie drin, aber ich werde mich wohl nie an diese Zeit gewöhnen. Während ich ins Bad verschwinde, um mich in Ruhe fertig zu machen, was je nach Lust und Laune mal länger, mal weniger lange dauert kennt jede Mama sicherlich, schlummern die Rabauken meist noch friedlich. Danach Decke ich den Frühstückstisch und bereite mein Frühstück fürs Büro vor, bei den Rabauken kann man nichts vorbereiten, da man nie wissen kann, was sie denn heute möchten. Dann überprüfe ich meist noch einmal meine Tasche, bevor ich um 5:45 Uhr die Rabauken wecken gehe. Gegen 6 Uhr sind dann alle angezogen und wir gehen Frühstücken. In der Zeit mache ich dann auch die Brotboxen der Rabauken für den Kindergarten fertig. Danach geht es noch schnell ins Bad, einmal schnell Waschen, Zähne putzen, Haare kämen und der ganze kram, bevor wir uns dann um viertel vor 7 die Jacken anziehen und auf den Weg zur Kita begeben. Da ich ja kein Auto habe, die Kita aber auch nur 5, okay mit den Rabauken 10 Minuten, entfernt ist, gehen wir jeden Tag, bei Wind und Wetter zu Fuß. Um 5 nach 7 habe ich die Rabauken dann meistens soweit, dass ich mich auf den Weg, naja was heißt Weg, allmorgendlicher Sprint trifft es eher, zum Bus mache. Dann heißt es erst mal Bus und Bahn fahren, bevor ich im Büro bin. Von 8:30 Uhr bis 15 Uhr arbeite ich, 3x die Woche, denn 2x ist Berufsschule, aber diese 2 Tage unterscheiden sich nur Mittags etwas von den anderen, deshalb lasse ich diese hier mal außen vor.

Nach Feierabend heißt es dann erst einmal wieder Bus und Bahn fahren und hoffen, dass nichts Verspätung hat, denn dann bin ich gegen kurz nach 16 Uhr wieder am Kindergarten um meine 2 endlich wieder bei mir zu haben. An den schlechten Tage, wo ein Öffentliches Verkehrsmittel Verspätung hat, kann es auch mal kurz vor 17 Uhr werden. Und dann gehts nach Hause. Bei schönem Wetter gehen wir die große Runde und an weniger schönen Tagen lieber die kurze. Zuhause angekommen, ist dann meist noch etwas Zeit zum spielen, also für mich um mit den Rabauken zu spielen, denn das Abendessen macht sich leider nicht von allein. Dann essen wir gemeinsam und reden über unseren Tag. Um 19 Uhr mache ich die Rabauken dann Bett fertig, Zähne putzen, Umziehen, noch etwas rumalbern, während wir gemeinsam kuscheln noch eine Geschichte vorlesen und dann gehts ab ins Bett, nur leider nicht für mich. Denn wenn die Rabauken schlafen, wartet auf mich noch der Haushalt und der ganze Schulstoff springt auch nicht einfach so in meinem Kopf und auch die Unterlagen ordnen sich nicht von alleine. Und wenn ich das ganze richtig ernst nehmen und vor allem, an den Tagen vor einer Arbeit, liege ich nicht vor Mitternacht im Bett.

Ja so sieht unser Leben momentan aus. Alles andere als Wünscheswert und vor allem, ganz anders als ich es mir Wünsche. Und ja, es gibt Tage, mehr als oft sogar, wo ich mich Frage, wieso ich mir und vor allem wieso ich meinen Kindern das antue. Ich meine ihnen geht es gut in der Kita, auch wenn ich mich in letzter Zeit immer mehr darüber Aufregen, aber hierzu ein andermal mehr, sie freuen sich und sind gerne dort. Trotzdem merke ich besonders der Schneeflocke an, dass sie die Zeit mit mir sehr vermisst. Und ganz ehrlich, vorher, als ich in Elternzeit war und ein kleiner „Schmarotzer“ war, ja so wurde ich durchaus genannt, haben wir besser gelebt als jetzt. Denn jetzt arbeite ich für einen Lohn, der diesen Namen nicht verdient, habe im Monat deutlich weniger Geld als vorher, da sich das Amt weigert mir meinen Lohn aufzustocken (eine sehr lange Geschichte und ich kämpfe seit nunmehr 8 Monaten dafür). Aber ich weiß, dass ich das ganze für die Zukunft mache, dass ich eine abgeschlossene Ausbildung habe, auch wenn ich mir nicht wirklich sicher bin, ob das in der heutigen Zeit, später überhaupt noch von Bedeutung ist. Aber ich habe die Hoffnung, dass wir es irgendwann besser haben werden und dafür tue ich momentan alles in meiner Macht stehende um die Ausbildung mit dem best Möglichen Abschluss zu bestehen. Auch wenn das heißt, dass ich meine Kinder unter der Woche kaum sehe, dafür genießen wir die Wochenenden um so intensiver.

Ihr könnt mich dafür jetzt verurteilen oder bewundern, ehrlich gesagt möchte ich beides nicht. Jeder Mensch muss seinen eigenen Weg finden, und auch wenn dies nicht die Traumvorstellung von meinem Leben ist, so ist es ein Teil, der mich dieser Traumvorstellung näher bringen kann.

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Ein Kommentar zu “Alltag einer alleinerziehenden Mutter #working Mum

  1. Pingback: Kleine Pause #Mamazeit #workingmom | Herzverrückt

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