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Deine Kinder sind im Kindergarten und du liegst faul auf der Couch

Letztens wurde ich von der Erzieherin des Prinzen gefragt, wie es denn so ist wenn beide Rabauken im Kindergarten sind. Ob ich einen Ablauf hätte.
Also, eigentlich, nö. Ich lege mich dann ins Bett, mache nichts und erfülle somit jedes Klischee des Arbeitslosen. Wobei, genaugenommen bin ich ja nicht mal arbeitslos, sondern in Elternzeit. Ja, man kann in Elternzeit sein obwohl die Kinder halbtags fremd betreut werden.
So sähe wahrscheinlich die Vorstellung vieler anderer Menschen aus, wenn sie diese Frage mitbekommen hätte. Die hat ihre Kinder doch abgeschoben um ihre Ruhe zu haben, blabla.
Ich bin diese lästigen Vorurteile Leid und möchte euch deshalb heute mal davon erzählen, wie mein Vormittag, die 4 Stunden ohne die Rabauken tatsächlich bei mir aussehen.

DSC_0024Mein Tag beginnt zwischen 5 und 6 Uhr am morgen. Denn dann ruft der Prinz „Mama aufstehen“. Ja da ist nichts mehr mit nur noch 5min. Also heißt es Aufstehen und mir erst einmal 15min lang anzuhören, was der große Mann denn am Vortrag so erlebt hat (weil am Tag selbst erzählt er davon nicht wirklich was) und was er geträumt hat. Und wehe Mama hört auch nur 1 Sekunde nicht zu. Danach setzt er sich meist hin und spielt etwas, während die Schneeflocke sich mittlerweile wieder von der Couch erhoben hat und durch die Wohnung flitzt. Ich frage mich wirklich woher Kinder schon am frühen Morgen diese Power holen. Während die anderen Vorurteile habenden Menschen wahrscheinlich schon geduscht sind und sich gerade in aller Ruhe noch einen Kaffee gönnen, bin ich froh wenn ich kurz die Toilette benutzen darf. Denn da sind ja auch noch die knurrenden Mägen die gefüllt werden wollen. Also heißt es sich in die Küche stellen und Frühstück vorbereiten, für Zuhause und den Kindergarten, denn dort möchte man ja auch noch einmal etwas essen. Und wer jetzt wieder denkt, ach so ein paar Brote schmieren ist ja nun nicht so schwer, der hat keine kleinen Kindern. Während der eine sagt er möchte gerne so ein Brot, kommt der andere mit er möchte doch lieber einen anderen Belag obwohl das Brot schon fix und fertig vor ihm steht. Außerdem kommt da viel zu sehr meine Koch und Back Leidenschaft durch, als das es hier jeden morgen nur Brote geben würde. Da mache ich mir das Leben vielleicht selbst schwerer, aber ich möchte meinen Kindern was gutes geben und ja dann stelle ich mich auch morgens um 7 Uhr hin, mache Teig und backe Brötchen oder Presse die Orangen aus, für frischen Orangensaft. Doch das mache ich alles gerne und würde mich niemals darüber beschweren.
Nach dem Frühstück,wird sich dann angezogen, was eigentlich immer im Chaos Endet. Kleider raus legen, ähm nein Mama das ziehe ich bestimmt nicht an. Da werden die Kleiderschränke auf den Kopf gestellt nur um dann doch das erste Oberteile und die Lieblings Hose anzuziehen. Wie es dann hier aussieht, brauche ich wohl nicht zu sagen?! Danach darf dann kurz Fern geschaut werden, damit die böse Rabenmutter sich zumindest kurz ins Bad begeben kann, um nicht wie ein Obdachloser vor die Tür gehen zu müssen. Dusche genießen? Schminken? Haare machen? Was ist das denn? Selbst während ich unter der Dusche stehe geht die Badtür auf und zu, man muss ja immer Mitteilen wenn etwas passiert ist, denn auch im Fernsehen passieren tolle Sachen. Aber länger als 15min sind mir hier nicht gegönnt, denn man selbst ist ja nun fertig und möchte endlich in den Kindergarten.
Gegen 8 Uhr geht es dann auch endlich los Richtung Kindergarten, zu Fuß, bei Wind und Wetter. Ob es Regnet, Stürmt oder Schneit und das nicht nur weil ich kein Auto habe. Nein, selbst wenn würden wir Zu Fuß gehen. Warum? Weil der Kindergarten nur 10min entfernt ist und es auf dem Weg so viele tolle Sachen zu entdecken gibt.
Im Kindergarten angekommen ist es dann nicht nur einfach schnell Kinder umziehen und abgeben nein. Da werden die ersten Freunde entdeckt und noch bevor man die Straßenschuhe aus hat schon fleißig erzählt, dann gibt es hier ein Guten Morgen und da noch ein kleines Schwätzchen, früher konnte ich meine Mutter nie verstehen wieso sie immer mit den Leuten soviel zu reden hat, heute weiß ich es besser, und so vergeht mindestens eine viertel Stunde bis ich wieder aus dem Kindergarten draußen bin.
Doch dann geht es direkt weiter zum Einkaufen. Da ich sehr auf frische bedacht bin, kaufe ich natürlich nur soviel wie wir brauchen und da kann es dann auch sein dass ich wirklich jeden Tag einkaufen gehen muss, vor allem Obst und Gemüse. Außerdem mag der Prinz ja auch etwas zu Mittag essen, das fällt bei der Schneeflocke ja noch aus, da sie noch im Kindergarten zu Mittag isst.
Also vor 9 Uhr bin ich nie Zuhause. Aber wenn ich dann Zuhause bin, gönne ich mir wirklich erst einmal eine Pause und lege die Füße hoch, immerhin habe ich zu dieser Zeit noch nichts gegessen. Aber auch hier für habe ich nicht länger als 10 Minuten, denn das bisschen Haushalt macht sich eben nicht von allein. Das Geschirr vom Frühstück wartet darauf abgewaschen zu werden, Spielsachen wollen in die richtige Kiste geräumt werden, der Boden bitte einmal von Krümeln befreit und die Wäsche mindestens alle 2 Tage auch gewaschen werden. Neben den üblichen Sachen, wie Tische abwaschen, Badezimmer sauber machen und durchwischen wenn irgendwo etwas klebt. Nebenbei erlaubt es mir die Zeit manchmal auch etwas zu Räumen und Auszumisten und hier und da etwas um zu dekorieren. Bevor das Mittagessen ruft welches vorbereitet werden will. Denn sobald der Prinz zuhause ist, will er essen, da ist dann nichts mit ich muss erst noch kochen, außer natürlich man will ein Kind haben das neben einem steht und alle 5 Sekunden fragt ob das essen denn nun fertig ist und immer ungeduldiger und auch quengeliger wird. Aber auch der Nachmittag möchte etwas geplant sein, auch wenn letztendlich die Rabauken entscheiden, was wir machen, so sammle ich Vormittags schon Vorschläge und Ideen, evtl. muss ich da dann auch noch etwas Vorbereiten. Zwischen durch läuft dann auch mal die Küchenmaschine und der Backofen, die Nachmittags Verpflegung will ja auch gesichert sein. Bevor ich mich dann um halb 12 schon wieder auf den Weg machen muss um die Rabauken abzuholen.

IMG_20150608_120449Wie ihr seht, sind meine Kinder zwar alles in allem 4 Stunden fremd Betreut, wovon ich selbst aber maximal 2 ½ Stunden zuhause bin. Glaubt mir, gerne würde ich einfach nur die Füße hochlegen und die „Ruhe“ genießen, doch das kann ich erstens nicht und zweitens wäre das auch nicht mehr ich. Hier muss es nicht Lupenrein sein und man muss auch nicht vom Boden essen können, hier Leben 2 kleine Kinder, dass sieht man und dass ist auch gut so! Aber Ordnung muss trotzdem sein, allein schon um nicht Ewig suchen zu müssen, bevor etwas gespielt werden kann, damit meine Kinder etwas sauberes zum Anziehen haben und wir uns hier Wohlfühlen können und ja ich genieße es. Jeden einzelnen Tag. Denn ich bewundere jede Familie die das alles auf die Reihe bekommt, obwohl man Arbeiten geht und ich weiß, dass diese Ruhe, wie sie jeder nennt, ab nächstem Jahr vorbei sein wird und es hier dann nicht mehr so aussehen wird, weil ich dann diese freie Zeit lieber mit meinen Kindern verbringe und die Abende durch lernen muss.
Und für alle die jetzt gerne wissen wollen wieso ich meine Schneeflocke in die Krippe gebe, obwohl ich ja noch zuhause bin, dass erzähle ich euch das nächste mal.

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10 Kommentare zu „Deine Kinder sind im Kindergarten und du liegst faul auf der Couch

  1. Ja, es ist wirklich so! Als ich meine Tochter mit 2 in den Kindergarten brachte bekam ich tatsächlich böse Mails von meiner Schwägerin. Ich würde sie abschieben und wüsste sie gar nicht zu schätzen. Dabei geht es ihr super im Kindergarten und da sie ein Einzelkind ist, freut sie sich besonders über die anderen Kinder. Sie lernt und erlebt viele tolle Sachen die ich ihr teilweise nicht bieten kann oder auf die ich auch gar nicht gekommen wäre.
    Und ich? Ich habe den Haushalt und meinen Blog, den ich inzwischen auch beruflich betreibe. Das verschlingt Zeit und meistens bin ich noch nicht einmal fertig wenn die Maus nach Hause kommt. Klar, wenn es sich ergibt schaue ich auch mal eine Serie während ich die Fotos für den Blog bearbeite oder die Wäsche zusammen lege. Aber es ist wirklich keineswegs so, dass man nur rumhängen würde. Schön wäre es 😉

    Liebe Grüße
    Melanie

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  2. Da ist viel Wahres dran. Als Mutter liegt man selten auf der faulen Haut. Wenn man noch Zuhause ist, bleibt der Haushalt wenigstens nicht auf der Strecke. Übt man zusätzlich noch seinen Job aus und möchte noch ein Hobby haben, wird es kompliziert. Da kommt man vor lauter Organisation gar nicht mehr zur Ruhe. Also genieße die Zeit, in der die Kinder fremdbetreut sind.

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    1. Das stimmt und mit graut es jetzt schon davor wie ich das nächstes Jahr alles hinbekommen soll. Vorallem wenn man dann noch wie ich Alleinerziehend ist. Aber andere Frauen schaffen das auch und ich habe großen Respekt vor ihnen.

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  3. Ich hab zwar keine Kinder und auch nicht vor in nächster Zeit mir welche zuzulegen, aber Hut ab vor jedem der sich das freiwillig antut (hört sich das wieder gemein an, ist nicht so gemeint, keine Panik ich esse keine Kinder).
    Es ist nunmal einfach mehr Arbeit als man denkt. Bei meinen Arbeitskolleginnen bekomm ich das auch mit. Kommen gerade aus dem Mutterschutz und haben einen Tag frei in der Woche (sonst Halbtags) und an diesem freien Tag ist der kleine Wurzelzwerg trotzdem in der Kita und auch nicht zum Chillen, sondern um sich um die Sachen zu kümmern die man sonst nicht machen kann wenn der Zwerg da ist.
    Finde deinen Beitrag wirklich unglaublich gut formuliert, musste wirklich ein bisschen schmunzeln bei einigen Bemerkungen. Und ich finde es auch super das du die kleinen nicht mit dem Auto fährst – man ist viel zu bequem geworden und wundert sich immer wie angenehm ein Spaziergang, und wenns nur 10 Minuten sind, sein kann, zudem kann ein bisschen Frischluft nicht schaden und da wir alle nicht aus Zucker sind (auch wenn die kleinen immer so süüüüß sind), tut uns der Regen auch nicht böses.
    Finde das echt gut! Weiter so.
    Liebe Grüße
    Tama ❤

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    1. Vor solchen Müttern habe ich den größten Respekt. Arbeit und Kinder, Haushalt ect unter einen Hut zu bekommen ist so schwer und ich habe jetzt schon Angst davor wie ich das nächstes Jahr alles hinbekommen soll. Aber das sehen viele Leute ohne Kinder leider nicht und man darf sich dann immer dumme Sprüche anhören.
      Dankeschön 🙂 Naja wir sind ja auch so aufgewachsen uns war es ja auch egal, welches Wetter war, wir sind raus und wieso sollte ich meinen Kindern diese Erinnerungen verbieten. Wenn was schmutzig wird, kommt es in die Waschmaschine und es wird einmal schnell durch den Flur gewischt und gut ist 😀

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      1. Mir graust es auch schon davor wenn es irgendwann mal soweit ist, aber ich hoffe doch das ich dann meinen Mann bei mir habe der kich unterstützt.
        Zum Thema Kinder früh zur Kita bringen fällt mir noch ein, dass ich es wichtig finde die Kinder so schnell wie möglich an andere Kinder zu gewöhnen, da viele heutzutage den Sozialkontakt verkümmern lassen da sie sich zu gluckig um die Kinder kümmern. Soziale Kompetenzen entwickeln sich früh. Es ist so wichtig das man früh lernt das sich die Welt nicht nur um einen selbst dreht, das es Andere gibt, auf die man auch Rücksicht nehmen muss, und wo kann man das besser lernen als in einer Kita?! Davon abgesehen lernt man auch ein Stück weit selbstständig zu sein und auch mal alleine klar zu kommen, ohne das Mami und Papi alles für einen erledigen.

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  4. Ich habe mich eben ein bisschen auf deinem Blog umgesehen und bin dabei über den Beitrag gestolpert. Ich finde du musst dich in keinster Weise dafür rechtfertigen was du mit deiner Zeit anstellst. Das Leben mit Kindern ist hart (das hat nichts damit zu tun das es auch wunderschön ist) und das Leben als Alleinerziehende noch ne Spur härter. Neben Haushalt & Co brauchen Mütter auch mal Ruhephasen, sonst hält man das auf Dauer nicht durch. Deshalb lass dich da bloß nicht verunsichern. Und du wirst das alles prima schaffen wenn die Ausbildung losgeht..Ich habe gemerkt das ich mich echt noch besser organisieren kann umd einfach schneller mit einigen Dingen bin, wenn es sein muss 😉 Fühl dich gedrückt, Anne

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    1. Danke für dein Worte 🙂 Ich lasse mich da nicht verunsichern, wie oft wollte die besagte Dame mir schon sagen wie ich meine Kinder erziehen soll und das mein Kind Defizite hätte und was weiß ich. Aber ich lass sie reden, ich weiß das ich mit Sicherheit nicht alles perfekt mache aber das muss ich auch nicht, dass wichtigste ist das meine Kinder glücklich sind und sich frei entfalten dürfen, ohne Norm und Tabellen und weiß der Geier was es noch alles gibt. Aber dazu wird es demnächst auch noch einen Beitrag geben, einfach um es mir von der Seele zu schreiben und anderen Mut zu machen.

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