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Gastbeitrag Trennungsschmerz – Glück oder Leid?

Die Liebe Ivi, von Ivi’s Welt, war so lieb, einen Gastbeitrag über ein doch sehr Intimes Thema zu schreiben, welchen ich euch heute zeigen möchte. An dieser Stelle noch einmal vielen lieben Dank, für deine Worte, liebe Ivi. Schaut doch mal auf ihrem Blog vorbei.

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Die liebe Tashi hat gerade ein wenig (mehr) Herzschmerz und bat mich, über Trennung und Schmerz zu schreiben. Es gibt bestimmte Situationen im Leben, wo man nicht mehr ein noch aus weiß und das ist meistens bei Trennungen jeglicher Art. Es gibt Abschiede für immer, wenn jemand gestorben ist und es gibt Abschiede von Lebensabschnitten mit einem dort geliebten Menschen, sprich Beziehungen oder Ehen.

Ich habe mehrere Abschiede hinter mir, sowohl von geliebten Menschen, die nun vom Himmel auf uns herabblicken, als auch von Menschen, die mir so sehr wehgemacht haben, von denen ich jetzt – im Nachhinein – nichts mehr wissen will. Um diese geht es hier in diesem Beitrag.

Ich habe verschiedene Beziehungen gehabt, aber zwei davon bleiben mir wahrscheinlich immer im Gedächtnis. Eine davon ist meine erste Ehe. Ich war jung, nicht dumm, aber noch naiv, glaubte noch an das Gute in den Menschen. Mein Exmann war jung, dumm UND naiv, das kann ich hier so sagen. Anfänglich war alles gut, bis das Kind kam. Dann ging es rapide steil bergab. Ich erinnere mich, dass ich auf einer Mutter-Kind-Kur war mit der mittlerweile großen Motte und meine damalige Nachbarin / fast-Freundin mir per Telefon sagte, dass er fast nie daheim sei, sondern immer nur bei „ihr“. „Sie“ war eine Mutter aus der Kindergartengruppe. Die Kinder spielten gerne zusammen. Ich wollte die Alarmglocken in meinem Kopf nicht hören, die mir schon vorher sonntags dermaßen auf den Keks gingen, wenn er und „sie“ gemeinsam zum Badminton gingen (komisch, dass man das im Bett spielt). Ich warf ihn raus, noch von der Kur aus. Er ging. Zu „ihr“. Die Hälfte der Kur habe ich geheult wie ein Schlosshund, ich liebte ihn ja trotzdem noch. Dass er mich so hintergangen hatte. Natürlich bekam ich die Schuld zugeschoben. Gut war in dem Moment, dass ich vor Ort liebe Menschen hatte, die mich mit sich zogen, damit ich nicht nur im Zimmer hockte.

Daheim packte ich seine gesamten Sachen und stellte sie vor die Tür. Aber ich heulte wie ein Schlosshund jeden Tag, versuchte herauszubekommen, wo er war und litt wie ein verwundetes Tier. Ich suchte nach Gründen, warum er das tat. Ich telefonierte oft mit ihm. Zu guter Letzt kam er zurück zu uns, auf mein Betteln und Flehen hin. Wir versuchten, es besser zu machen. Ich war so naiv, leider! Immer im Hinterkopf, dass er wieder fremdgehen konnte, schaute ich in sein Handy, wenn er im Bad war und wenn er mal später kam, wollte ich genau wissen, wo er war. Das war ein Riesenfehler meinerseits, das weiß ich.

Dann wurde ich schwanger, verlor das Kind in der 18. Schwangerschaftswoche, einen Tag, nachdem ich die ersten Bewegungen hatte. Er war nicht für mich da. Ich habe fast nur geweint, meine Freunde waren für mich da. Ich fühlte mich allein gelassen in so einer traurigen Situation, wo beide Partner sich gegenseitig trösten sollten.

Dann verlor ich meinen Job, weil ich durch den Verlust längere Zeit daheim war (natürlich drehte der Arbeitgeber es anders). Er war nicht für mich da, ich musste da alleine durch. Wir hatten auch Gespräche darüber, die er nicht verstand. Ich war während seiner ständigen Arbeitslosigkeiten immer da für ihn, versuchte ihn aufzubauen (er hatte einen Minderwertigkeitskomplex, dass ich mehr verdiente). Im Nachhinein fiel mir immer mehr auf, dass ich eigentlich ein eigenes Leben lebte, da er nie für mich da war, wo ich ihn brauchte.

Nach dieser Zeit (und auch, und ich spreche das hier offen aus, weil es Vergewaltigungen in der Ehe gab, aber das nur am Rande) hatte ich tatsächlich keine Lust mehr, eine Beziehung weiterzuführen, die Liebe war verloren gegangen. Ich hätte nie gedacht, dass es sowas gibt. Ich war nicht wütend, ich war nicht sauer, nein, da war einfach nur die Luft raus, wie aus einer alten Luftmatratze, die man nicht mehr auf pusten will, weil man weiß, dass sie eh kaputt ist. Nun war er es, der um mich rang. Wir fuhren noch einmal in den Urlaub, das half auch nichts. Dann, ein Dreivierteljahr nach dem Fremdgehen, sprach ich das Ende der Beziehung aus. Ich hatte endlich kapiert, dass es immer nur um IHN ging, niemals um mich. Das kratzte meinem Ego so sehr, dass ich dann den Schlussstrich zog, ihm ein Auszieh-Ultimatum gab und nach seinem Auszug auflebte, aufblühte wie nie zuvor. Jeder in meinem Umkreis merkte dies und sagte mir das auch auf den Kopf zu. Nach seinem Auszug stellte ich fest, dass ich mit einem Kriminellen zusammen gelebt hatte. Näher gehe ich hier nicht darauf ein, aber ich war froh, ihn fast los zu haben. Leider nur fast, denn das Kind war ja noch da. Leider hielt er sich oftmals nicht an die Besuchswochenenden und seit der 1. Klasse hat er sich gänzlich aus unserem Leben gezogen. Für die große Motte war das am Anfang sehr schwer, aber irgendwann lebte auch sie besser, als sie merkte, dass ich glücklich war. Mir ging es seelisch gut, mir ging es körperlich besser (ich nahm im 1. Monat 10 kg ab).

Fazit: Nein, bereuen tue ich nichts. Es war ein Lebensabschnitt von 10 Jahren (bis die Scheidung durch war). Ich hake es unter Erfahrungen ab. Ich wünsche sicherlich niemandem solche Erfahrungen in der Liebe, aber manchmal muss man einen schwereren Weg gehen, um die Augen geöffnet zu bekommen. Ich habe viel Wasser geweint, viele Nächte durch gelegen ohne zu schlafen, weil die Gedanken nie Ruhe gaben, war oftmals ohnmächtig vor Wut, war traurig, weil ein Kind seinen Vater verliert, aber auch stolz auf mich, dass ich es geschafft hatte, mich von so Jemandem zu trennen.

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Ich wünsche Dir, liebe Tashi, dass Du zu Deinem Lebensglück zurückfindest! Ob es früher oder später kommt, es kommt, glaube mir! Auch Du wirst Jemanden finden, der zu Dir passt, auch wenn es noch ein paar Jahre dauern könnte. Richtig und wichtig ist, dass man trauern tut. Natürlich darf man um eine Beziehung trauern. Man hat sich einem fremden Menschen anvertraut, ihn in seine Nähe gelassen, mit ihm gelebt und das soll von heute auf morgen zu ende sein? Der Körper und noch mehr die Seele brauchen diese „Trauerzeit“, egal, ob der Mensch in den Himmel oder woandershin auf Erden gegangen ist!

Ich drück Dich!

Deine Ivi

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2 Kommentare zu „Gastbeitrag Trennungsschmerz – Glück oder Leid?

  1. Auch ich kenne diese Erfahrung, diese Trauer und diese Tränen. Und auch wenn ich es selber nicht für möglich gehalten habe: das Glück, die Liebe und die Lebensfreude ist tatsächlich wieder in meinem Leben eingekehrt. Es hat gedauert. Es hat die Zeit der Trauer gebraucht. Aber jetzt ist es da. Gott sei Dank.

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