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Die Schwächsten, sind immer die Leidtragenden

Heute war ein sehr schöner Tag. Wir waren draußen, auf dem Spielplatz, ich habe mit meinen Freundin getobt. Es ist so schön im Kindergarten. Mama kam mich wie immer um 12 Uhr abholen und ich erzählte ihr was ich heute wieder tolles gemacht und erlebt habe. Sie freut sich mit mir, doch irgend etwas ist anders. Ich Frage ob morgen denn wieder den Kindergarten ist, aber das verneint Sie. Also ist morgen Samstag? Nein mein Schatz, morgen ist Freitag, aber der Kindergarten hat zu. Du wirst jetzt eine ganze Zeit nicht mehr in den Kindergarten können. Naja gut, dann sind es eben 3 Tage Wochenende, ist auch nicht so schlimm. Am Montag frage ich meine Mama wie jeden morgen, ob denn heute Kindergarten ist, aber wieder verneint sie. Sie setzt sich zu mir und erklärt mir. Deine Erzieherinnen, nennen wir sie mal Helga und Jana, verdienen ihr Geld damit, mit dir zu spielen, zu malen, zu basteln und alle die anderen tollen Dinge zu machen. Genau so wie mit den anderen 24 Kindern aus deiner Gruppe auch. Sie haben auch eine große Verantwortung, denn sie müssen ja auch schauen, dass keinen von euch etwas passiert, Streit schlichten und trösten. Doch für alle das,was sie Tag für Tag Leisten bekommen sie einfach nicht genug Geld und das fordern sie nun ein, in dem sie nicht Arbeiten.
Also habe ich etwas falsch gemacht? Habe ich mich zu oft gestritten, mögen sie mich nicht mehr?
Aber nein mein Schatz, du hast damit gar nichts zu tun. Natürlich mögen sie dich noch. Nur Sie wissen sich eben einfach nicht mehr anders zu helfen.
Ich weiß, Mama wollte mich mit diesen Worten trösten und mir das ganze etwas verständlicher machen, doch ich verstehe gar nichts, es macht mich traurig.
Mama lässt sich jeden Tag etwas neues Einfallen, was wir tolles tun können. Wir malen, basteln, toben, singen, tanzen, backen zusammen, gehen raus. Eine Zeit lang ist das ganz schön, doch mir fehlt der Kindergarten, die Zeit ohne Mama.
Mittlerweile ist wieder Montag und wie jeden Tag Frage ich Mama ob ich denn heute in den Kindergarten kann. Aber wieder verneint sie dies. Dieses mal steigen mir Tränen in die Augen, es macht mich unfassbar traurig. Aber Mama ich möchte Jana doch erzählen wie ich gestern auf der Kirmes war, Karussell gefahren bin und eine Rostwurst gegessen habe. Ich merke, dass auch Mama dieses mal traurig wirkt und ich frage was sie denn habe. Ach mein Schatz, es macht mich einfach traurig dich traurig zu sehen. Ich möchte nicht das du wegen so etwas Leiden musst, aber ich kann nichts dagegen tun. Aber weißt du was, heute ist Jahrmarkt, was hälst du davon wenn wir uns jetzt Anziehen und dort hin gehen?
Ich vermisse den Kindergarten sehr, ich erzähle immer davon, was ich dort tolles mache. Ich habe Angst zu vergessen wie es dort ist.
Auch heute musste Mama mich wieder vertrösten. Doch ich möchte nichts machen. Will doch einfach nur in den Kindergarten. Liege auf dem Sofa und träume von den schönen Vormittagen dort. Ich schaue kurz rüber, Mama spielt auf dem Boden mit meiner Schwester, sie schaut mich an mit Tränen in den Augen, ich frage sie warum sie traurig ist und sie meint, ich hätte so glücklich ausgesehen. Doch ich weiß, dass das nicht alles ist. Mama hat Angst. Meine Schwester ist noch kleiner, sie fragt schon gar nicht mehr nach dem Kindergarten. Sie hat sich wieder daran gewöhnt den ganzen Tag bei Mama zu sein und nun hat Mama Angst, dass wenn der Streik irgendwann vorbei ist, meine Schwester, gar nicht mehr in den Kindergarten gehen möchte, weil sie vergessen hat, wie es dort ist.

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11 Kommentare zu „Die Schwächsten, sind immer die Leidtragenden

  1. Guten Morgen!
    Wir sind auch vom Streik betroffen. Bislang haben wir die Info, dass es bis zum 26.Mai gehen soll… Ist schon eine lange Zeit, die bei vielen Eltern auch zu Betreuungsproblemen führt. Wir haben – Gott sei Dank – eine Notgruppe, in der 15 Kinder betreut werden. Hierfür hieß es dann Schlange stehen, um einen der begehrten Plätze zu ergattern. Da ich alleinerziehend bin, bin ich drauf angewiesen und sehr dankbar, dass der Kindergarten dies überhaupt möglich macht. Ich bin selbst Lehrerin an einer Grundschule und weiß die pädagogische Arbeit der Erzieher, die ja nicht zuletzt die Vorschulkinder auf die Schule vorbereiten, sehr zu schätzen. Mir ist klar, dass ihnen kein anderes Mittel als dem Streik übrig bleibt, aber die Kinder leiden in der Tat. Auch meine Mulle vermisst ihre Freundin, die keinen Platz in der Notgruppe brauchte und nun spontan zu ihrer Oma in den Urlaub gefahren ist. Ich kann also gut verstehen, wie sich deine Große gerade fühlt und auch deine Ängste in Bezug auf die Kleine sind absolut nachvollziehbar. Ich drücke dir die Daumen, dass es sich bald entspannt und sich die Tage mit deinen Kindern mit Fröhlichkeit füllen.
    Viele Grüße,
    Yvonne

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    1. Hier ist der Streik immer noch im vollen Gange, seit 8 Mai nun. Und solangsam weiß ich nicht mehr weiter. Ich liebe meine Mutterrolle, doch man merkt wie sehr der Kindergarten fehlt. Mein Sohn fragt immer noch jeden Tag nach und erzählt dann was er dort doch immer tolles macht. Er ist zwar auch gerne mit mit Zuhause aber nicht so einen langen Zeitraum am Stück.
      Doch leider ändert sich nichts :/

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      1. Es ist nur noch nervig – auch wenn ich nach wie vor Verständnis habe… Aber heute stehe ich vor einem Problem: ich habe für die nächste Woche für zwei Tage keinen Platz in der Notgruppe… Probleme über Probleme und wer badet es aus? Eltern und Kinder!

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      2. Ich hoffe, dass das dauerhaft so sein wird und im Schlichtungsverfahren eine Lösung erzielt wird. Ich mag nicht mehr, aber die Erzieher sollen auch angemessen eingruppiert werden.

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  2. Meint ihr nicht, dass es auch den Erzieherinnen das Herz zerreißt? Und nicht nur das, sie werden zusätzlich auch noch extrem angefeindet. Wenn es nur um Kleinigkeiten bei ihnen gehen sollte, warum sollten sie sich das antun? Klar, die Lüften tun mir leid, aber die Erzieherinnen auch.

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    1. Das sage ich ja auch gar nicht, oder möchte mit diesem Beitrag den Erziehern ein schlechtes Gewissen machen. Ich möchte einfach nur, dass die andere Seite zur Einsicht kommt, wenn sie nur etwas Herz haben, müssen wir ihnen zeigen wer die Leidtragenden sind, damit dieser Streik endlich ein Ende hat!

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