Märchenwelt

Märchenwelt #4

Dornröschen

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Es waren einmal ein König und eine Königin, die bekamen eine Tochter und der König veranstaltete vor lauter Freude über die Geburt ein großes Fest. Er lud alle Freunde und Verwandte ein und zwölf gute Feen. Eigentlich gab es dreizehn Feen im Lande, da er aber nur zwölf goldene Teller hatte, musste eine zu Hause bleiben. Das Fest wurde mit großer Pracht gefeiert und zum Schluss beschenkte jede der Feen das Kind mit einer Wundergabe: die eine mit Klugheit, die zweite mit Schönheit, die dritte mit Reichtum und so fort. Als die elfte eben ihren Spruch getan hatte, trat plötzlich die dreizehnte Fee herein. Sie wollte sich dafür rächen, dass sie nicht eingeladen worden war und rief mit lauter Stimme einen Fluch: „Die Königstochter soll sich in ihrem fünfzehnten Jahr an einer Spindel stechen und tot hinfallen.“ Alle waren erschrocken, da trat die zwölfte Fee hervor, die ihren Spruch noch nicht getan hatte. Weil sie den Fluch aber nur mildern konnte sagte sie: „Es soll kein Tod sein, sondern nur ein hundertjähriger, tiefer Schlaf.“
Da ließ der König alle Spindeln im Land verbrennen und alle guten Wünsche der Feen gingen in Erfüllung. Eines Tages, das Kind war gerade fünfzehn Jahre alt geworden, waren der König und die König nicht zu Hause und die Königstochter allein im Schloss. Sie ging überall herum und stieg schließlich auf einen hohen Turm, wo sie in einem Stübchen eine alte Frau fand, die Flachs spann. Als die Königstochter neugierig herankam und nach der Spindel griff, ging der Fluch in Erfüllung. Sie stach sich damit in den Finger, fiel nieder und schlief ein.Und dieser Schlaf verbreitete sich über das ganze Schloss: Der König und die Königin, die eben heimgekommen waren, schliefen im Saal ein und der ganze Hofstaat mit ihnen. In den Ställen schliefen die Pferde, die Hunde im Hof, die Tauben auf dem Dach und sogar die Fliegen an den Wänden.
Rings um das Schloss aber begann eine Dornenhecke zu wachsen, die jedes Jahr höher wurde, bis gar nichts mehr von dem Schloss zu sehen war. Es ging aber die Sage von dem schlafenden Dornröschen um, denn so wurde die Königstochter genannt. Von Zeit zu Zeit kamen Königssöhne von weit her und versuchten, durch die Hecken zu dringen, aber sie blieben alle in den Dornen hängen. Nach langen, langen Jahren kam endlich wieder ein Königssohn vorbei, der wollte sich nicht davon abhalten lassen, es auch einmal zu versuchen. Nun waren aber gerade hundert Jahre vergangen und der Tag gekommen, an dem Dornröschen wieder erwachen sollte.
Als der Königssohn sich der Hecke näherte, wurden lauter schöne Blumen aus den Dornen und die Hecke tat sich vor ihm auseinander, so dass er hindurchgehen konnte. Der Königssohn ging überall durch das schlafende Schloss, bis er endlich zu der Stube kam, in der das schlafende Dornröschen lag. Es war so schön, dass er es küssen musste. Da schlug Dornröschen die Augen auf und sie gingen zusammen herunter in den Hof, wo eben der König und die Königin erwachten.
Die Pferde standen auf und rüttelten sich, die Jagdhunde sprangen und wedelten, die Tauben flogen ins Feld. In der Küche flackerte das Feuer weiter und der Braten begann wieder zu brutzeln und die Magd rupfte das Huhn fertig.
Da wurde die Hochzeit des Königssohn mit dem Dornröschen in aller Pracht gefeiert und sie lebten vergnügt bis an ihr Lebensende.

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