Märchenwelt

Märchenwelt #2

Hänsel und Gretel

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Vor einem großen Wald lebt einmal ein Holzhacker mit seinen beiden Kindern Hänsel und Gretel. Die Familie war so arm, dass sie kaum noch etwas zu essen hatten. Da beschloss die Stiefmutter, die beiden Kinder in den Wald zu schicken, damit sie sich dort verirrten, denn zwei Leute essen weniger als vier. Am nächsten Tag führten die Eltern ihre beiden Kinder tief in den Wald hinein. Während sie gingen, ließ Hänsel von Zeit zu Zeit einen Kieselstein fallen, denn er hatte den Plan mit angehört. Die Eltern ließen die Kinder bei einem Feuer allein und es dauerte nicht lange, da waren beide eingeschlafen. Als sie erwachten, war es finstere Nacht. Da nahm Hänsel sein Schwesterchen bei der Hand und ging den Kieselsteinen nach, die im Mondlicht hell schimmerten. Am nächsten Morgen standen sie wieder vor dem Haus ihrer Eltern. Die Mutter schimpfte mit ihnen, dass sie so lange fortgeblieben waren, aber der Vater freute sich sehr. Nicht lange danach war die Not wieder groß und die Mutter wollte die Kinder erneut in den Wald schicken. Auch diesmal hörte Hänsel den Plan mit an, aber als er hinausgehen wollte, um Kieselsteine zu sammeln, war dir Tür verschlossen. Diesmal streute Hänsel auf dem Weg durch den Wald kleine Brotkrumen aus, denn sie hatten ein Stück Brot für unterwegs bekommen. Aber als die Kinder wieder mitten in der Nacht alleine im Wald erwachten, da konnte Hänsel den Weg zurück nicht finden. Alle Brotkrumen waren verschwunden, denn die Vögel hatten sie aufgepickt. Nun wanderten die Kinder verzweifelt umher, bis sie plötzlich vor einem Häuschen standen. Als sie näher kamen, sahen sie, dass das Haus ganz aus Brot gebaut und mit Lebkuchen gedeckt war und die Fenster waren aus Zuckerguss.
Als Hänsel gerade ein Stück vom Dach abbrechen wollte, um davon zu essen, rief eine Stimme aus dem Häuschen: „ Knusper, knusper, knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?“ Die Kinder Antworteten: „Der Wind, der Wind, das himmliche Kind.“ Da ging die Tür auf und eine alte Frau mit einem Krückstock kam heraus. Hänsel und Gretel erschraken. Die alte Frau aber lud sie in ihr Haus ein, gab ihnen zu essen und zu trinken und deckte zwei weiße Betten für sie. Die Alte hatte sich aber nur so freundlich angestellt, in Wirklichkeit war sie eine böse Hexe. Gleich am nächsten Morgen, sperrte sie Hänsel in einen Käfig und Gretel musste Essen kochen, um ihren Bruder zu mästen. Jeden Morgen ging die Hexe zum Käfig und fühlte an Hänsels Fingern, ob er schon fett wäre. Hänsel streckte ihr aber einen Hühnerknochen hin und die alte Frau, die nicht mehr gut sehen konnte, wunderte sich, dass Hänsel gar nicht dicker wurde.
Schließlich verlor die Hexe die Geduld, nun sollte Hänsel gekocht werden. Sie stieß Gretel zum großen Backofen und sagte: „Kriech hinein und sieh nach, ob schon ordentlich eingeheizt ist.“ Gretel aber stellte sich dumm, da kroch die Hexe selbst in den Ofen, um ihr zu zeigen wie es ging. Kaum war sie drin, gab Gretel ihr einen Stoß, schlug die eiserne Tür hinter ihr zu und da war es um die Hexe geschehen. Gretel lief zum Käfig und ließ ihren Bruder heraus – wie haben die beiden sich gefreut und sind sich um den Hals gefallen! Im Haus der Hexe fanden sie eine große Kiste mit Perlen und Edelsteinen, damit stopften sie sich die Taschen voll und machten sich dann auf den Rückweg. Bald standen sie wieder vor dem Haus ihrer Eltern. Die Stiefmutter war inzwischen gestorben und der Vater hatte keine frohe Stunde mehr gehabt. Doch nun hatten alle Sorgen ein Ende und sie lebten in lauter Freude zusammen.

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